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Die Thermolampe von Andreas Zacharias WinzlerAufbau und Funktion der Thermolampe
Diese Thermolampe diente zugleich als Gaserzeugungsgerät sowie als Koch- und Heizgerät. Im Ofen links wurde im unteren Bereich eingeheizt (c). Darüber befindet sich eine zweihalsige Querretorte (e) aus Gusseisen oder Ton, in der das zu entgasende Material (Steinkohle) gefüllt wird. Oberhalb befindet sich der Kochherd (f) und ein Bratrohr (g). Durch das Rauchrohr (h) zog der Rauch der Beheizung ab. Das Dampfrohr (i) leitete den Dampf aus dem Kochbereich ab. Das Gas aus der Retorte wurde über das Gasrohr (k) durch den Abkühler (l) geleitet um es abzukühlen und Reststoffe im Gas im Teerbehälter (m) absetzen zu lassen. Optional erfolgte auch eine Reinigung des Gases durch Kalkmilch, indem das Gas durch Kalkmilch geleitet wurde. Dieses Bild zeigt eine Versuchsanordnung, bei der das Gas über einen Tisch (n) mit 9 Austrittsöffnungen entwich - anstelle dessen können auch Gasbehälter in Form eines Blasbalges oder Lampen montiert werden. Geschichte von Andreas Zacharias Winzler und seiner ThermolampeAndreas Zacharias Winzler, ein Schwabe aus Unlingen, geboren 1750, kam 1778 nach Österreich wo ihm die Leitung des Salpeterwesens übertragen wurde. Später begann er, zunächst in Ungarn diese Tätigkeit und setzte sie dann in Znaim in Mähren (heute Tschechei) fort. Die ErfindungAus Zeitungen erfuhr er von der Erfindung der Thermolampe. Ohne diesen Apparat näher zu kennen, machte er sich daran diesen nachzubauen. Er stellte eine solche Thermolampe, für die er die Bezeichnung "Universal-Leucht-, Heiz-, Koch-, Sud-, Destillier- und Sparofen" ersann, 1802 in Znaim auf. Alsbald folgten weitere Konstruktionen solcher Thermolampen für die Beleuchtung und das Beheizen von Gebäuden - u.a. für den Kreishauptmann Vincent Elden von Rosenberg in Znaim, für die Kunstgalerie des Grafen Joseph Deym. Die Thermolampe als Attraktion im Müller'schen Kunstkabinett
Die Thermolampe für das MilitärDie Militärverwaltung hatte gleichfalls der Thermolampe von Winzler ihre Aufmerksamkeit gewidmet, und der in Brünn kommandierende k. k. Feldzeugmeister Graf Baillet de Latour beauftragte den General Baron v. Brady, die Winzler' sche Erfindung in Znaim zu studieren. Infolge dessen wurde eine Thermolampe in der Kaserne aufgestellt, mit der drei Zimmer beheizt wurden und das Essen für 60 Mann zubereitet wurde. Die Ausführung der Versuche stand unter der Oberaufsicht des Obersten von Zinast und fiel so befriedigend aus, dass Erzherzog Carl den General von Froo nach Znaim sandte, um die Angelegenheit noch eingehender zu prüfen. Winzler war über das Interesse an seiner Thermolampe sehr überrascht [1]. Der Durchbruch der Thermolampe in WienDer Erfinder wurde vom Kriegsminister nach Wien berufen, wo er seine Experimente in der Alserkaserne fortsetze. Durch öffentliche Vorstellungen versuchte er seine Erfindung allgemein näher bekannt zu machen, wobei er von Grafen von Fesztetich unterstützt wurde, der für Versuche sein Wohngebäude zur Verfügung stellte. Am Mittwoch, dem 5. März 1802 erscheint in der Wiener Zeitung eine interessante Schilderung über Winzler und seine Thermolampe. Die Anhänger von Winzler's Erfindung von Jaquin, Professor Meinert, Rudolf André, Fürst L. von Liechtenstein, der Graf Theoderich von Battyán und der k.k. Raitrath J. M. von Loibl unterstützten ihn. Die Thermolampe fand auch Anwendung in der Salmiakfabrik in Nussdorf und in der Ziegelei von Wazlawek in Klosterneuburg zum Brennen von Ziegeln. »
Die Geschichte - Fortsetzung Grafik aus: A. Z. Winzler: Die Thermolampe in Oesterreich
- Wien 1803 [2] Musikstücke als MP3 zum Anhören: http://berg.heim.at/zermatt/441354/Mozartfiles/Mozart.htm
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