"; ?> Ausserbetriebnahme und Einstellung vom Gaswerk und Gasometer in Wien Simmering - Vom Stadtgas zum Erdgas

Die Wiener Gasometer City in Simmering

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Geschichte der Gasometer Gasometer
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Geschichte der Wiener Gasometer VI

Vom Stadtgas zum Erdgas

1940

Übernahme der letzten privaten Gasverorgungsunternehmen durch die Gemeinde

Mit 1. Jänner 1940 übernahm die Gemeinde Wien das letzte private Gasversorgungsunternehmen - die Österreichische Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft - mit ihren Gaswerken Wienerberg, Wiener Neudorf und Traiskirchen (Möllersdorf) samt Rohrnetz. Ab diesem Zeitpunkt versorgt nur mehr die Gemeinde selbst die Stadt mit Gas.

1943

Der erste heimische Bezug von Erdgas

Am 18. Jänner 1943 erfolgte der erste Bezug von heimischen Erdgas aus Zistersdorf im Gaswerk Leopoldau sowie aus den Aderklaa und Neusiedl. Damals wurde das Erdgas dem Stadtgas nur in kleinsten Mengen beigemischt - eine Ablöse des Stadtgases aus Kohlengas durch das Erdgas war damals noch nicht abzusehen.

Erstes Beimischen von Erdgas

Am 30. Dezember 1944 wurde zum ersten Mal Erdgas im Gaswerk Simmering bezogen.

Die Außerbetriebnahme des Gaswerks und der Gasometer

1952

Einsatz von Wasserdampf- Luftspaltanlagen und Wasserdampfspaltanlagen

Seit 1952 wurden vermehrt Spaltanlagen zur Stadtgaserzeugung eingesetzt. Diese wandelten Erdgas mithilfe von Wasserdampf und Luft unter hohen Temperaturen zu Stadtgas um.

1960

Stadtgas muss odoriert werden

Mit zunehmender Verwendung von Erdgas im Stadtgas, vermindert sich der für das Kohlengas typischer Geruch, sodass eine Gas-Odorierungsanlage erbaut werden musste. Beaufschlagung des Gases mit ganz wenig von einem intensiven Geruchsstoff soll schon vor kleinen Lecks warnen, um das Auftreten explosionsfähiger Konzentrationen in Luft zu vermeiden.

1962

Die letzte öffentliche Gaslaterne

Am 27. November 1962 erlischt im 13. Wiener Bezirk die letzte öffentliche Gaslaterne durch Bürgermeister Franz Jonas.

1965

Bau des Schrauben Gasometers VI. im Gaswerk Simmering

Mit der Herstellung des Ringfundamentes für den neuen 300.000 m³ fassenden Schrauben Gasbehälter Nr. VI wurde 1965 begonnen. Drei Jahre wurde am Gasometer gebaut.

1966

Ende der klassischen Gaserzeugungsära im Gaswerk Simmering

Mit Errichtung von immer mehr Spaltanlagen ging die Kohlengaserzeugung laufend zurück, bis sie schließlich am 11. Mai 1966 mit der Stilllegung des Horizontalkammerofens und der zugehörigen Anlagen ihren Ausklang fand.

1968

Russisches Erdgas in Wien

Österreich erhält durch einen Vertrag mit der OMV und UdSSR am 1. September 1968 zum ersten Mal Erdgas aus Russland. Damit war das Zeitalter des Erdgases angebrochen und man traf erste Vorkehrungen für die Umstellung.

Inbetriebnahme des Schrauben-Gasometers Nr. VI

Der 6. Gasometer im Gaswerk Simmering wird am 10. Dezember 1968 in Betrieb genommen. Die Bezeichnung kommt von der schaubenformigen, spielarmen Führung des beim Befüllen hochsteigenden Gasbehälters. Andere Typen mit senkrechte Schienen wackeln und schlagen eher.

1969

Die Umstellung auf Erdgas

Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurde dem Stadtgas, welches hauptsächlich aus einem Kohlengasgemisch bestand, Erdgas beigemischt. Jenes wurde in Zistersdorf im Weinviertel nördlich von Wien in Niederösterreich gewonnen.

Erdgas (im wesentlichen Methan CH4) ist mehrfach energiereicher (höherer Heizwert) als Kohlegas. Die Brenner in Leuchten und Öfen benötigen Brenngas mit bestimmtem Heizwert und Druck. In der Übergangsphase wurde Erdgas durch Wasserdampfspaltung zu Stadtgas transformiert, das einen ähnlichen Heizwert wie Kohlegas aufweist.

Mit 1969 erfolgte dann die planmäßige komplette Umstellung von dem erzeugten Kohlegas (Stadtgas) aus dem Gaswerk auf das billigere natürliche aus der Erde gewonnene Erdgas. Diese Umstellung dauerte bis zum 22. September 1978 und war mit dem Austausch sämtlicher Gasgeräte in den Haushalten und in der Industrie verbunden. Neue Herde und Öfen waren notwendig, die mit dem neuen Gas betrieben werden konnten.

1978

Umstellung auf Erdgas abgeschlossen

Die komplette Umstellung auf Erdgas ist abgeschlossen. Die Gasbehälter werden aber weiterhin zum Speichern von Erdgas benutzt.

Da die Gasometer des Gaswerkes 1978 nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen - es gab bereits Hochdruckgasbehälter in Kugelformen bzw. unterirdische Gaslagerungsarten, die effektiver und platzsparender das Gas aufbewahrten, entschloss man sich die Gasometer als Gasspeicher still zu legen.

1980

Stillegung Gasometer V. im Gaswerk Simmering

Nach 70jährigen Bestand wurde der Gasbehälter V. am 14. Oktober 1980 stillgelegt.

1981

Die Gasometer bekamen Denkmalschutz

Am 21. Juli 1981 erfolgte eine zukunftsweisende Entscheidung im Bundesdenkmalamt: Die vier Gasbehälter wurden unter Denkmalschutz gestellt und so der Nachwelt erhalten. Obwohl eine Außerbetriebnahme bereits in der Luft lag konnten somit die Gasbehälter nicht abgerissen werden. (Das Ansuchen um Denkmalschutz stellte das Wiener städtische Gaswerk selbst)

Kugelgasbehälter für Wien mit hohem Druck

Im Gaswerk Leopoldau wurden zwei Kugelgasbehälter in Betrieb genommen. Im Gegensatz zu früheren Behältern arbeiten diese mit Überdruck und können daher je 150.000 m³ Erdgas speichern, trotz des geringen Rauminhaltes von 16.000 m³.

Abriss des Gasometer V

Nach erfolgreicher Genehmigung seitens des Bundesdenkmalamtes wurde der Gasbehälter V am 28. Juli 1981 abgerissen.

1982

Gasometer Baumgarten außer Betrieb

Der Gasometer des ehemaligen Gaswerks Baumgarten-Hütteldorf wird außer Betrieb genommen.

1983

Kunstoffrohre werden eingesetzt

Man begann Kunststoffrohre anstelle der alten Metallrohre als Gasleitungen zu verlegen.

Gasometer Baumgarten abgerissen

Der Gasbehälter in Baumgarten wurde am 14. November 1983 abgerissen.

1984

Erste Stilllegung

Der Gasometer B wurde als erster Gasometer der vier Gasbehälter am 14. Juni 1984 außer Betrieb genommen.

1985/1986

Stilllegung der restlichen Gasometer

Die restlichen drei Gasometer A, C und D werden außer Betrieb gesetzt.

1986

Drehort James Bond 007 "Hauch des Todes"

Ein Teil von James Bond "Hauch des Todes" spielt im Gasometer: Ein vom KGB gejagter Mann flüchtet aus der damaligen Tschechoslowakei über eine spezielle "Raumkapsel" durch eine Gasleitung mit einem Durchmesser von rund 1,5m. Dafür steigt er in Bratislava (Preßburg) in diese Kapsel ein und unternimmt eine Fahrt durch die Gasleitung, bis er auf einmal plötzlich südlich der Gasometer mit der Kapsel aus der Leitung auftaucht (ungefähr dort, wo heute die Tennisplätze sind). James Bond und die Frau laufen in den Gasometer B, erklimmen dort das noch bestehende Stahlgerüst und besteigen einen Senkrechtstarter. Die Kuppel vom Gasometer öffnet sich und der Agent hebt im Jet senkrecht gestartet aus dem Gasometer ab. Viele der Aufnahmen wurden in Wien und am Gelände des Gaswerkes gedreht.

Errichtung eines Hochdruck-Gasversorgungsringes in Wien

Eine rund 58 Kilometer lange Hochdruckringleitung wurde rund um Wien fertiggestellt. Die Ringleitung soll Wien sicher mit Gas versorgen, da die Einspeisung über mehrere Stellen stattfindet. Der mit bis zu 25 bar betriebene Rohrstrang bietet aber neben seiner Verteilerfunktion auch die Möglichkeit, als Kurzzeitspeicher eingesetzt zu werden.

Langsames Verschwinden der Gasometer aus dem Stadtbild

Mit der Fertigstellung des Hochdruckringes rund um Wien wurden sämtliche Gasometer - bis auf jene in Simmering, die unter Denkmalschutz stehen - abgerissen. So u.a. auch in der Brigittenau und an weiteren Orten. Lediglich die neuen modernen Kugelgasbehälter , die 1981 in der Leopoldau errichtet wurden dienen jetzt als Gasspeicher.

» Gasometer Brigittenau

1988

Die Gasometer als Ausstellungsraum

Eine Ausstellung "100 Jahre Sozialdemokratie" wird im Gasometer D abgehalten, der dafür extra saniert wird. Deshalb hat er auch heute eine andere Farbgebung auf der Ziegelfassade, als die anderen drei Gasometer.

1989

Studie zur Umnutzung der Gasometer

Architekt Univ.-Prof. Manfred Wehdorn erstellt in Abstimmung mit dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und dem Creditanstalt-Bankverein eine Studie über die Machbarkeit einer Fremdnutzung der Gasometer. Seine Studie wurde aber wie die Geschichte zeigt durch die neuen Bauträger zum Teil verworfen bzw. umgeplant.

1991

Neuer Eigentümer für die Gasometer

Die Gasometer und das Bauareal rundherum im Ausmaß von rund 52.000 Quadratmeter einschließlich des Reglergebäudes werden vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds mit Kaufvertrag vom 18. und 15. April 1991 von den Wiener Stadtwerken mit dem Ziel angekauft, die denkmalgeschützten Baulichkeiten einer wirtschaftlich selbständigen und tragfähigen Nutzung zuzuführen. Die Übernahme der Liegenschaft erfolgte am 1. April 1991

1993

Gazometer Raves

Die Gasometer werden zum ersten Mal am 5. Juni 1993 für Raves genutzt und werden zum Mekka in der Raverszene bis 1997. Aus dem Gebäude Gasometer entsteht nach einigen Metamorphosen der Name Gazometer (zuerst Technometer, Gasometer, Gazometa)

1995

Bundesdenkmalamt gibt OK

Das Bundesdenkmalamt stimmt mit einem Bescheid vom 13. September 1985 zu, die restlichen Teleskopglocken im Gasometer A und B abzubauen.

1996

Die Bauträger schlagen zu

Die vier Gasbehälter werden an die Bauträger GESIBA, SEG und Wohnbauvereinigung verkauft.

1997

Die Entscheidung zum Umbau

Es fällt die Entscheidung die Gasometer so umzubauen, wie sie heute zu sehen sind.
» Mehr über die Revitalisierung

1998

Das letzte Gazometer-Rave im "leeren Gasometer"

Am 17. Oktober 1998 findet das letzte Gazometer-Rave statt.

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