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Die Wiener Gasometer City in Simmering

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Geschichte der Gasometer Gasometer
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Die Geschichte der Gasometer und des Gaswerkes II

Der Ausbau der Gasbeleuchtung in Wien

1824

Gründung der I.C.G.A. in London

Bereits 1824 wurde in London die Imperial Continental Gas Association, als Tochtergesellschaft der 1823 gegründeten Imperial Gas and Coke Company, gegründet. Sie stelte sich die Aufgabe, die Gasbeleuchtung in den größeren Städten am Europäischen Kontinent einzuführen.

1827

Gasexperte Dr. Pfendler beleuchtet seine Apotheke mit Gas

Der Apotheker Dr. Georg Pfendler beleuchtete seine Apotheke „Zum goldenen Greif“ (in der Rotenturmstraße 1-3 (1. Bezirk) mit Gas. Er erzeugt das Gas aus Harz- und Rubsamenöl und verkauft es auch in Druckflaschen.

Dr. phil. Georg Pfendler, geboren am 13. Juni 1799 in Wien, gestorben nach 1840, war Doktor der Chemie und unternahm vor der Gaswerksgründung Studienreisen nach England, wo er 1826 in Gaswerken studierte und arbeitete. Seine Dissertation schrieb er über Opium. Dr. Georg Pfendler gehört neben Josef Johann Prechtl zu den Pionieren der Wiener Gasbeleuchtung.

1828

Gaswerk Roßau von Dr. Georg Pfendler

Der Apotheker Dr. Georg Pfendler verkaufte seine Apotheke und errichtete in der Roßau (9. Bezirk) ein Gaserzeugungs-Etablissement.

Am 19. Jänner 1828 wird unter reger Teilnahme der Öffentlichkeit die mit Gas beleuchtete Apothekerhalle in seinem Haus eröffnet.

Gründung der Österr. Ges. zur Beleuchtung mit Gas

Dr. Georg Pfendler gründete am 18. Juli 1828 die „Österreichische Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas“.

1832

Ansuchen zur Erlaubnis für die Legung von Rohrleitungen

Am 14. Mai 1832 erhält Dr. Pfendler vier Jahre nach seinem Ansuchen die Erlaubnis von der k. k. n. ö. Landesregierung die Erlaubnis zur Verlegung von Rohrleitungen in der Inneren Stadt für dem Zweck der Durchführung von „Privatbeleuchtungen“ in Häusern.

Erstes mit Gas beleuchtete private Haus

Das erste private mit Gas beleuchtete Haus Wiens war das Engelskirchnerpalais (4. Bezirk, Wiedner Hauptstraße 63, gebaut 1710, 1958 wegen geringer Bombenschäden abgerissen. Seit 1965 steht dort Bürohochhaus), das sich damals im Besitz von Johann Heinrich Freiherr von Geymüller befand.

1834

Erste Gasleitung in Wien

Vom Gaswerk Roßau verlegt Dr. Pfendler eine 1,2 km lange Gasleitung – die erste Gasleitung Wiens – über das Glacis in die Schottengasse und Herrengasse (1. Bezirk). Aufgrund hoher Forderungen kam es zu keinem Abnahmevertrag zwischen Dr. Pfendler und der Gemeinde Wien.

1835

Nationalbank erhält Gasbeleuchtung

Dr. Pfendler versorgte die damalige Nationalbank in der Herrengasse mit einer Gasbeleuchtung.

1838

Straßenbeleuchtungungen durch Dr. Pfendler's Gaswerk

Dr. Pfendler versorge bis jetzt die Beleuchtung privater Häuser und vergrößerte sein Rohrnetz zum Kohlmarkt, Graben, Stephansplatz, Stock-im-Eisen-Platz (1. Bezrik).

Erst im Herbst des Jahres 1838 wurde am Michaelerplatz der erste öffentliche Gaskandelaber mit 6 Flammen errichtet, dem im August 1839 zwei weitere Gaskandelaber auf dem Mehlmarkt (heute Neuer Markt im 1. Bezirk) folgten.

» Versorgungsgebiet des Gaswerk Roßau von Pfendler

1840

Errichtung von einem Gaswerk in Fünfhaus

Theodor Friedrich Hené, früher Sekretär der Österr. Ges. zur Beleuchtung mit Gas, errichtet ein Gaswerk in der Lichtgasse im damaligen Wiener Vorort Fünfhaus (heute Gasgasse 2a im 15. Wiener Bezirk), welches auch Gas in die Stadt lieferte.

Im Oktober 1840 versorgt das Gaswerk die Straßenbeleuchtung von der Schönbrunner Hofstraße von der Mariahilfer Linie (heute Gürtel) bis zum Beginn des Vororts Fünfhaus.


Gasometer und Gaswerk Fünfhaus

Das Gaswerk Fünfhaus
» Das Gaswerk Fünfhaus im Detail
» Versorgungsgebiet des Gaswerks

Gründung der Ges. zur Beleuchtung mit k. k. ausschl. priv. verbessertem Gas

Hené gründete eine eigene Gesellschaft.

1841

Umstieg auf Steinkohle im Gaswerk Roßau

Bei der Gasgewinnung wurde von dem bisher verwendeten Harz auf Steinkohle im Gaswerk Roßau umgestellt.

1842

Einstieg der I.C.G.A. ins Wiener Gasgeschäft

Mithilfe eines Strohmannes gelang es der I.C.G.A. am 19. September 1842 um die Kaufsumme von 18.500 Gulden sowohl die Rechte von Dr. Pfendler zur Gasbeleuchtung als auch das Gaswerk Fünfhaus von der finanziell angeschlagenen Österreichische Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas zu erwerben.

Absatzerweiterungen der österreichischen Gesellschaft

Die österreichische Gesellschaft stellte am 15. Oktober bei der k.k. n.ö. Landesregierung ein Ansuchen um weitere Rohrleitungen verlegen zu dürfen.

1843

Konkurrenzkampf durch die I.C.G.A.

Mittels Dumpingpreise brachte die I.C.G.A. die Österr. Ges. zur Beleuchtung mit Gas und ihr Gaswerk in der Roßau unter Druck.

Erlaubnis zur Gasrohrlegung

Am 26. April 1843 erteilt die n.ö. Landesstelle sowohl der österreichischen als auch der englischen Gesellschaft die Erlaubnis zur Legung von Gasrohren in bestimmten Straßen, Gassen und Plätzen.

Neubau des Gaswerk Fünfhaus und Ansuchen für weitere Gaswerke

Anstelle der von Theodor Friedrich Hené erbauten Ölgasfabrik in Fünfhaus errichtete 1843 die I.C.G.A. ein ganz neues Gaswerk zur Entgasung von Steinkohle in Gaserzeugungsöfen mit horizontalen Retorten.

Planung des Gaswerk Erdberg

Die I.C.G.A. kaufte Grundstücke in der Flur Klein-Neuriß (3. Bezirk, Erdberger Lände 36) für ein künftiges Gaswerk. Dafür richtet sie am 14. September 1843 ein Ansuchen an die k.k. n.ö. Landesregierung um Genehmigung der Errichtung einer Gasanstalt.

1844

Die Übernahme durch die Imperial Continentale Gas Association

Mit 1. Jänner 1844 wurden alle Anlagen der Österreichischen Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas von der I.C.G.A. um den Kaufpreis von 320.000 Gulden aufgekauft. Sie hat somit das Monopol in Wien. Die Österr. Ges. zur Beleuchtung mit Gas wurde mit 31. Dezember 1843 aufgelöst.

Gasrohrleitungen in den Vorstädten

Mit Dekret vom 10. Jänner 1844 wurde der Erbauung einer Gasfabrik der I.C.G.A. in Erdberg und der Legung von Gasrohrleitungen durch die Vorstädte Erdberg, Landstraße und Leopoldstadt zugestimmt.

1845

Verträge zwischen der Gemeinde Wien und der I.C.G.A.

Bereits am 10. Mai 1845 hatte die Gemeinde Wien mit der i.C.G.A. einen Beleuchtungsvertrag abgeschlossen mit einer Laufzeit vom 1. Juli 1845 bis 31. Jänner 1852. Nach Vertragsabschluss waren 375 Gaslaternen in Betrieb genommen worden. Die Monopolstellung führte bald zu Unzukömmlichkeiten und steigender Kritik wegen überhöhter Preise, häufige Gebrechen und starker Druckschwankungen. Deshalb kam es auch zu ersten Tönen, die nach einer kommunalen Gasversorgung mit einem von der Stadt eigenem betriebenen Gaswerk forderten.

Erwähnenswert ist die Vereinbarung im Vertrag, dass das tägliche Anzünden der Gaslichter mit dem Läuten des auf dem St. Stephansturm befindlichen Laternenglöckchens zu erfolgen hatte.

Errichtung eines Gaswerkes und Gasbehälters in Erdberg

Der Baumeister Fischer errichtete am Gelände des Gaswerk Erdberg der I.C.G.A. einen Gasbehälter nach dem Prinzip von W. Schwendtner. Der Gasbehälter war in einem Rohziegelbau mit 60 cm dicken Außenmauern gefasst. Er hatte nach außen vorstehende Pilastern bestehend aus 9 Ringen, an dessen oberstem eine Öffnung und eine Laterne angebracht sind.

1846

Alle Öllampen auf Gasbeleuchtung oder Petroleumlampen getauscht

Die neben der Gasbeleuchtung bestehenden Öllampen wurden alle auf Petroleumlampen umgetauscht. Die letzte Petroleumlampe bei der öffentlichen Straßenbeleuchtung wurde erst 1926 (!) auf der Heiligenstädter Lände gegen eine elektrische Lampe getauscht.

1848

Großbrand im Gasometer Erdberg

Am 28. Oktober 1848 meldete der Turmwächter von St Stephan Feuer im Gaswerk Erdberg. Der große Gasometer war infolge der Revolutionshandlungen in Brand geschossen worden und derart beschädigt, dass vorläufig die Beleuchtung mit Gas unterbleiben musste

1850

Eingemeindung von Vorstädten

Aufgrund der Eingemeindung vieler Vorstädte in die Stadt Wien kommt es immer wieder zwischen der Gemeinde Wien und der Imperial Continental Gas Gesellschaft zu gröberen Streitigkeiten. In der Stadtverwaltung wird langsam über eine kommunale Gasversorgung in der Hand der Gemeinde mit einem Großgaswerk nachgedacht.

1852

Vertragsänderung zwischen Gemeinde Wien und I.C.G.A.

Der laufende Vertrag zwischen der Gemeinde Wien und der I.C.G.A. wird am 9. Februar 1852 auf weitere 25 Jahre bis zum 31. Oktober 1877 verlängert und auf die Vorstädte ausgedehnt. Der Vertrag spricht der I.C.G.A. ein Monopol zu.

Gasbehälter Roßau eingestellt

Der Gasbehälter im Gaswerk Rossau wurde eingestellt.

Oberdöbling erhält eine öffentliche Straßenbeleuchtung

Der Vorort Oberdöbling erhält zwischen 1852 und 1858 eine Straßenbeleuchtung mittels Gaslaternen.

1855

Österreichische Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft

Am 4. März 1855 wurde aus Konkurrenzgründen die "Österreichische Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft" gegründet. Sie besorgte die Beleuchtung für die Vororte Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim, Gaudenzdorf, Ober- und Untermeidling, Hetzendorf und Altmannsdorf sowie einen Teil von Neulerchenfeld.

Errichtung Gaswerk Gaudenzdorf

Die Österr. Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft errichtete ihr erstes Gaswerk in der Jakobstraße 24-30 in Gaudenzdorf (heute 12. Bezirk, Dunklergasse 4) mit drei Gasbehältern.

Erste Beleuchtungen der Österr. Gasbeleuchtungs Aktiengesellschaft

Am 18. August 1855 erstrahlte die erste Beleuchtung der Österr. Gasbeleuchtungs Aktiengesellschaft in der Dunklergasse.

1857

Errichtung Gaswerk Oberdöbling und Währing

Die I.C.G.A. errichtet ein Gaswerk in Oberdöbling, heute 19. Bezirk, Billrothstraße 5 und eines in Währing.

1859

Neues Gaswerk Belvedere

Nächst dem Schloss Belvedere und dem Gloggnitzer Bahnhof (heute Südbahnhof) errichtet die I.C.G.A. ein neues Gaswerk mit zwei Gasometern.

1862

6.067 Gasflammen beleuchten Wien und seine Vorstädte

1863

Gasbehälter Zwischenbrücken-Am Tabor errichtet

Die I.C.G.A. errichtete in den unverbauten Zwischenbrücken einen Gasbehälter. Später folgt der Ausbau in ein ganzes Gaswerk

1864

Einsatz einer Gaskommission

Der Gemeinderat der Stadt Wien setzt am 16. November 1864 eine Gaskommission zum Zweck der Revision des Vertrages mit der I.C.G.A. ein. Trotz dreijähriger Tätigkeit konnte kein Erfolg erzielt werden.

1865

Ringstraße erstrahlt im Licht der Gasbeleuchtung

Am 1. Mai 1865 wurde die Gasbeleuchtung auf der Ringstraße mit einem großen Fest eröffnet.

Gaswerk Zwischenbrücken–Tabor

Hier errichtet bei Haus-Nr. 142 die I.C.G.A. einen weiteres Gaswerk zu den bereits bestehenden Gasbehälter (heute 2. Bezirk, Am Tabor) Insgesammt besteht die Anlage aus 5 Gasbehältern und 6 Dampfkesseln. Später wurde es auch als Gaswerk Am Tabor bezeichnet

1868

I.C.G.A. mit 14 Gasbehältern in Wien

Die I.C.G.A., welche von Direktor John Egbert Bengough geleitet wurde, hatte bereits fünf Gaswerke mit insgesamt 14 Gasbehältern bei einem nutzbaren Gasspeicherraum von 2,5 Mio. Kubikfuss (ca. 70.000 Kubikmeter).

1869

Gutachten zur Errichtung eines städtischen Gaswerkes in Wien

Am 20. Juli 1869 trat der österreichische Gasexperte C. Rudolf Kühnell in einem Gutachten für die Errichtung eines städtischen Gaswerkes ein.

1870

Gaswerk Floridsdorf

Die I.C.G.A. errichtet auf der Brünner Straße (21. Bezirk) ein Gaswerk.

1872

Wiener Gasindustriegesellschaft

Diese Gesellschaft wurde 1872 gegründet und hatte ein Gaswerk am Wienerberg. Sie vereinigte sich mit der 1854 gegründeten Österreichischen Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft.

Diese zwei vereinigten Gesellschaften bestanden bis 1940 und versorgten einige der südlichen Vororte von Wien, bis sie von der Gemeinde Wien als letzte private Unternehmen für die Gasversorgung, übernommen wurden.

Erste Pläne für eigenes kommunales Wiener Gaswerk

In einer vertraulichen Sitzung des Gemeinderates am 4. Juli 1872 fasste man den Beschluss, eine eigene städtische Gasanstalt zu errichten. Man beauftragte den Ingenieur und Direktor des Gaswerks in Triest, C. R. Kühnell einen Plan auszuarbeiten.

C. R. Kühnell arbeitete ein Projekt über ein kommunal von der Gemeinde betriebenes Gaswerk mit einer Jahresleistung von 51 Millionen Kubikmeter Stadtgas (Kohlengas, Leuchtgas) aus. Es sah die Errichtung von zwei Gaswerken vor. Eines auf einem Grundstück an der Nußdorferstraße, unweit von der Nußdorfer Linie (19. Bezirk), das zweite in Kaiser Ebersdorf (11. Bezirk).

Floridsdorf und Unterdöbling erhalten öffentliche Gasbeleuchtung

Die Vororte Floridsdorf und Unterdöbling erhalten eine Straßenbeleuchtung mit Gaslaternen.

1874

Reghafte Tätigkeit bei der Gaskommission

Da der Vertrag zwischen der englischen Gesellschaft und der Gemeinde Wien bis spätestens 31. Oktober 1874 gekündigt werden müsste, um den Weg zum Bau des städtischen Gaswerkes frei zu machen, setzte eine reghafte Tätigkeit bei der Gaskommission ein. Spannungen in der Kommission führten zu deren Auflösung am 30. Juli 1874.

Entscheidende Gemeinderatssitzung

Unter lebhafter Beteiligung der Öffentlichkeit eröffnete der Bürgermeister Dr. Cajetan Felder am 20. Oktober 1874 die Gemeinderatssitzung, in welcher die Entscheidung über die Gasfrage gefällt werden sollte. Nach eingehender Diskussion kam man zu dem Beschluss, den Vertrag mit der englischen Gasgesellschaft zu kündigen, den Bau eines städtischen Gaswerks auszuschreiben und mit den Bewerbern um die Gasversorgung Wiens Verhandlungen aufzunehmen.

Der Rechtsanwalt der Stadt Wien, Dr. Josef Kratky teilte aufgrund dieses Gemeinderatsbeschlusses und in Hinblick auf den Präklusiv-Termins am 31. Oktober 1874 der I.C.G.A die Kündigung des Gasvertrages mit. Der Vertreter der I.C.G.A., Dr. Tretscher, unterbreitete daraufhin dem Bürgermeister mehrere Offerte, die jedoch alle nicht den Vorstellungen des Gemeinderates entsprachen.

1875

Vertrag zwischen Imperial Continental Gas Association und der Stadt Wien

Am 22. Mai 1875 wurde zwischen der Gemeinde Wien und der I.C.G.A. der Vertrag über die Gasbeleuchtung auf 22 Jahre neu abgeschlossen, und zwar für die Zeit vom 1. November 1877 bis zum 31. Oktober 1899. Der Vertrag wurde bei 90 zu einer Stimme vom Gemeinderat angenommen.

Als weiteren Punkt enthielt der Vertrag eine Möglichkeit des Ankaufes der Anlagen der I.C.G.A. durch die Gemeinde Wien nach einer Schätzung des Wertes durch Sachverständige. Im Vertrag war ein Kündigungsmöglichkeit bis 31. Oktober 1896 festgelegt – sollte die Gemeinde bis dahin nicht kündigen, so bleibt die Versorgung durch I.C.G.A. auch nach 1899 aufrecht.

1878

Gaswerk Baumgarten-Hütteldorf errichtet

Die I.C.G.A. errichtet in Baumgarten (14. Bezirk, Deutschordensstraße 12) ein Gaswerk, das auch Gaswerk Hütteldorf und Baumgarten genannt wird. Auch dort wird ein Gasometer errichtet, der bis 1982 in Betrieb stand.

1880

Ausbau Gaswerk Zwischenbrücken

Das Gaswerk Zwischenbrücken der I.C.G.A. wird ausgebaut.

1881

Präjudizalklagen der Gemeinde Wien

Man erkannte welch gutes Geschäft die Engländer mit dem Gas machten und somit stand ihre Beliebtheit in Wien nicht zum besten. Die Gemeinde Wien versuchte mit Präjudizalklagen bei Gericht festzustellen, ob die I.C.G.A. nach Ablauf des Vertrages von 1875 überhaupt noch berechtigt sei, die Straßen von Wien für ihr Rohrnetz zu benützen oder ob der frühere Zustand wiederhergestellt werden müsse. Der Prozess dauerte 8 Jahre. Erst in dritter Instanz entschied der 1889 mit Urteil des OGH zugunsten der Gemeinde Wien.

Allmählich beginnt die Wiener Gemeinde über ein eigenes Gaswerk ernsthaft nachzudenken. Was bis dahin vom Gemeinderat als unmöglich, unrealistisch und unrentabel abgestempelt wurde wird jetzt doch in Erwägung gezogen.

Erfindung der Glühbirne

Der Amerikaner Thomas Alva Edison erfand die Kohlenfadenlampe und präsentierte jene in Paris. Dies störte aber die Weiterverbreitung der Gasbeleuchtung nicht.

1883

Gaswerk Wienerberg der Österreichischen Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft

Die Österreichische Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft errichtet ihr zweites Gaswerk 1883 in der Wienerbergstraße.

1885

Errichtung eines neuen Gasometer in Erdberg

Ein dreifach teleskopierter Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 100.600 Kubikmeter Gas (die Gasometer von Simmering haben ein Fassungsvermögen von 90.000 Kubikmeter) wird auf dem Gelände des Gaswerks der I.C.G.A. in Erdberg errichtet.

1886

Erfindung des Auer Gas-Glühstrumpfes

Der Foscher Dr. Carl Freiherr Auer von Welsbach gelang es den ersten Gas-Glühstrumpf herzustellen. Die Leuchtkraft war fast doppelt so stark, als das der gewöhnlichen Schmetterlingsbrenner und dies bei 50 %iger Gasersparnis.

1888

Übernahmevorschläge im Gemeinderat

Am 13. Jänner 1888 beauftragte der noch liberal dominierte Gemeinderat den Magistrat, Vorschläge betreffend die Übernahme der Gasbeleuchtung in eigene Regie zu erstellen.

Die (ernsthafte) Planung eines eigenen Gaswerkes beginnt.

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