"; ?> Erste Gasbeleuchtungen mit Steinkohlengas in Wien

Die Wiener Gasometer City in Simmering

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Geschichte der Gasometer Gasometer
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Die Geschichte der Gasometer und des Gaswerkes I

Von den Anfängen der Gaserzeugung und Beleuchtung

1635

Die ersten Experimente mit Gas

Die ersten Experimente mit der Gewinnung von Gas aus Steinkohle (trockene Destillation von Steinkohle) befasste sich bereits Johann Joachim Becher, der auch die Phlogistontheorie aufstellte

In seinen "Närrischen Weisheiten und weisen Narrheiten" schrieb er, dass "Torf und Steinkohlen taugen nicht viel zum Brande, weder in Zimmern noch zum Schmelzen: Ich habe aber einen Weg gefunden, nicht alleine beide Sorten zu guten Kohlen zu brennen, die nicht mehr rauchen noch stinken, sonern mit der Flamme davon so stark zu schmelzen, als mit dem Holtze selbsten und so grossen Extension der Feuerflammen, dass ein Schuh solcher Kohlen 10 Schuhe lange Flammen macht." Hiermit meint er jedenfalls das Steinkohlengas, was auch daraus erhellt, dass er später vom Teer spricht, den er gleichzeitig erhielt und den er mit dem schwedischen Teer aus Kiefernholz verlgeicht.

» Johann Joachim Bechers erste Gasexperimente

1687

Probeweise Beleuchtung der Wiener Innenstadt mit Öllampen

Am 7. November 1687 fand die erste probeweise öffentliche Beleuchtung auf Straßen mittels Öllampen in der Dorotheergasse statt. Die 17 Laternen wurden mit Klauenfett betrieben, welches im Ölerladen beim Hahnenbeiß verteilt wurde.

1688

Einführung der flächendeckenden Öllampenbeleuchtung in Wien

Am 5. Juni 1688 wurden erstmals in der gesamten Innenstadt Laternen aufgestellt. Das Beschädigen der öffentlichen Beleuchtung wurde unter Leopold I. unter strenge Bestrafung (abhacken der rechten Hand) gestellt.

1751

Entdeckung der Gase

Joseph Black erkannte 1751 als erster gasförmige Stoffe und wies diese in der Natur nach. Bereits ein Jahrhundert davor beobachtete Van Helmont das kohlensaure Gas und Christoph Wren gelang es Gase in Tierblasen zu fangen.

Blacks Entdeckung wurde zum Ausgangspunkt für eine große Reihe folgenschwerer Arbeiten, sowohl auf dem Gebiete der reinen Wissenschaft, als auch auf dem Gebiet des industriellen Fortschritts.

1766

Entdeckung des Wasserstoffes H

Wasserstoff wurde von Henry Cavendish von der Universität Cambridge 1766 entdeckt. Neben dem Kohlenstoff ist Wasserstoff eines der zwei Hauptelemente der Kohlengase.

1774

Entdeckung des Sauerstoff O

Sauerstoff, der wichtigste Stoff für die Oxidation und Verbrennung wurde durch Joseph Priestley, einem britischen Naturforscher und Theologen, und K.W. Scheele entdeckt.

1776

Bildung der Lampenknechte

Das Anzünden und Warten der Lampen wurde durch eine Truppe Lampenknechte (Lampenanzündern) übernommen. Sie bestand bis 1810.

1786

Öllampenbeleuchtung in den Vorstädten

Die öffentliche Beleuchtung wird auf die Vorstädte von Wien ausgedehnt.

1789

Erfindung des Gasometers als Gasbehälter und die Entdeckung der Oxidation

Der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier entdeckte die Oxidation und widerlegte die Phlogistontheorie von Johann Joachim Becher. Im selben Jahr erfand er auch den Gasometer.

» Die Erfindung des Gasometers

1792

Geburtsjahr der Gasbeleuchtung

Der Engländer Mordoch verwendete zum ersten mal Steinkohlengas zur Beleuchtung seines Wohnhaus.

1802

Die ersten kleinen Versuche Gas zu erzeugen

Die ersten Versuche, in Österreich Gas zu erzeugen, reichen bis 1802 zurück. Andreas Zacharias Winzler baute in der Alserkaserne in Wien eine sogenannte Thermolampe nach dem Prinzip des Franzosen Philippe Lebon.

» Aufbau und Funktion der Thermolampe


Die Thermolampe konstruiert von A. Z. Winzler

1803

Die erste beleuchtete Kunstgalerie

Die Deymsche Kunstgalerie beim Roten Turm (1. Bezirk, nähe Rotenturmstraße/Franz-Josephs-Kai) erhielt eine Gasbeleuchtungsanlage.

1812

Beleuchtung des Theresianums

Mit einer ähnlichen Anlage wie jene von Zacharias Winzler (1802) beleuchtete Dr. J. Jaßnüger die k. k. Theresian. Ritterakademie (heute Theresianum genannt, 4. Bezirk, Favoritenstraße, heute Gymnasium) mithilfe von Gas.

1810

Erstes Gaswerk der Welt

In London entsteht das erste Gaswerk der Welt, welches zur Beleuchtung der Straßen Steinkohlengas herstellt.

1816

Apotheke „Zum Goldenen Löwen“

Die heute im 8. Wiener Bezirk in der Josefstädter Straße Nr. 25 (heute Nr. 30) angesiedelte Löwen-Apotheke war einst ein Pionier in der Gasbeleuchtung. Der Apotheke Josef Moser gewann aus Harz ein Gas, mit welchem er die Auslage seiner Apotheke beleuchtete. Damals, 1816 sorgte das für großes Aufsehen und selbst Mitglieder des Hofes und Kaiser Franz I. kamen zur Besichtigung der Auslage.

Die erste größere Anlage unter Josef Johann Prechtl.

Die erste größere gastechnische Erzeugungsanlage baute Johann Josef Ritter von Prechtl, Direktor des Polytechnischen Institutes in Wien (Heute Technische Universität Wien) im Oktober 1816. Die Anlage war für 120 Lampen bei einer Produktion von 220 Kubikmeter Gas pro Tonne Steinkohle bestimmt. Als Aufstellungsort wurde eine Kasematte am Kärntnertor gewählt. Prechtl versuchte damals die Anlage mit einer Zentraldampfheizung zu verbinden, um die Abwärme der Anlage ähnlich wie bei heutigen Wärmekraftwerken vollständig zu nutzen.


Die Anlage von Prechtl

Die Anlage von J. J. Prechtl
» Aufbau und Funktion
» Versorgungsgebiet der Anlage

Die Produkte der Anlage waren Koks und Steinkohlengas. Der Koks wurde zu 3 Gulden pro Zentner Koks verkauft.

1818

Inbetriebnahme der Anlage von J. J. Prechtl

Die ersten Gaslaternen beleuchteten die Walfischgasse und Krugerstraße sowie einen Teil der Kärntnerstraße im heutigen ersten Bezirk von Wien. Im Mai 1818 wurden die 25 Lampen aufgestellt und am 8. Juli 1818 fand die offizielle Eröffnung, unter dem Beisein des Kaiser Franz I., statt.

1819

Raunzen über die Gasbeleuchtung

Obwohl die Gasbeleuchtung auf den Straßen wegen ihrem guten hellen Licht bei der Bevölkerung gelobt wurde, entstand auch ein typisch wienerisches Raunzen dem gegenüber.

1826

Erweiterung der Anlage von J. J. Prechtl

Zwischen 28. April und 8. Mai 1826 wurden 15 weitere Gaslaternen nächst dem Franzenstor auf der Josefstädter Brücke sowie in der Teinfalt- und der Löwelstraße aufgestellt. Sie erwiesen sich als zweckmäßig und fanden rasch Verbreitung – so wurden auch bereits 75 Laternen in Breitenfeld angeschafft.

» Das Versorgungsgebiet von Prechtls Gaswerk zu jener Zeit

» Weiter in der Geschichte

» Übersicht

 

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