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Die Wiener Gasometer City in Simmering

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Geschichte der Gasometer Gasometer
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Die Geschichte der Gasometer

Die Gasometer erzählen als Industriedenkmal bereits eine lange Geschichte. Sie waren fast 100 Jahre in Betrieb, bevor sie zu dem wurden, was sie heute sind.

 

Die Geschichte im Detail
» 1818 Erste Gasversuche in Wien
» 1842 Ausbau der Gasbeleuchtung
» 1896 Gaswerk Simmering entsteht
» 1899 Gasometer betriebsbereit
» 1899-1969 Betrieb der Gasometer
» 1969-1984 Außerbetriebnahme
» 1986-1998 Alternative Nutzung
» 1999-2001 Die Revitalisierung

Gas, das die Straßen erleuchtete

Ab 1818 begann man in Wien mit Experimenten für die Beleuchtung von Straßen mit Gas, welches aus Kohle gewonnen wurde. Bereits im 17. Jahrhundert entdeckte man das Verfahren, wie man aus Kohle brennbare Gase gewinnen konnte. Jedoch dauerte es noch bis 1792, als in England der Erfinder Mordoch damit auch eine brauchbare Beleuchtung realisieren konnte. Anfänglich erfolgte die Beleuchtung mit Stadtgas nur im kleinen Rahmen mit mehreren über das Stadtgebiet verstreute Gaswerke, die vorerst von Privaten wie Apothekern und der Technischen Hochschule (heute TU) betrieben wurden. Sie leisteten die eigentliche Pionierarbeit bei der Gasbeleuchtung.

» Die ersten Gasversuche in Wien

Gaslaterne

Gaswerk und Gasometer Fünfhaus

Die Epoche der Industrialisierung

Als sich das Gas als Straßenbeleuchtung einen Namen machte, waren bereits mehrere Firmen wie die Österreichische Gasbeleuchtungsgesellschaft im Spiel, die durch die vorerst privaten Projekte gegründet wurden. Im Jahre 1842 stieg die englische Inter-Continental-Gas-Association (ICGA) in das Wiener Gasgeschäft ein und kaufte alle einzelnen kleine Gaswerke und wurde somit marktbeherrschend. Das führte dazu, dass sie den Preis bestimmte und infolge dessen die Gemeinde Wien mit jener Situation nicht zufrieden war.

» Der Ausbau der Gasbeleuchtung

 

Kommunalisierung der Gaswerke

Mit dem Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger begann eine Kommunalisierung ganzer städtischer Versorgungs- und Infrastrukturbetriebe - so auch der Gasbeleuchtung und Gaserzeugung. Dies verhalf einerseits der Gemeinde Wien zu günstigen Gaspreisen für die Straßen-Beleuchtung und schaffte gleichzeitig die Basis für eine breite Gasversorgung der Haushalte, für die das Gas in leistbare Preise rutschte.

Der Gemeinderat richtete eine eigene Kommission zur Errichtung eines kommunalen Gaswerkes ein. Theodor Hermann erarbeitete einen Entwurf für ein Großgaswerk mit einer Tageskapazität von 432.000 Kubikmetern Gas.

» Planung des Gaswerk Simmerings

Gaswerk und Gasometer an der Südbahn

Der Bau der Gasometer

Eine Idee wird Wirklichkeit

1896 erfolgte nach langen Debatten die Genehmigung des Planes durch den Gemeinderat. Franz Kapaun vom Stadtbauamt übernahm die Leitung des Baues.

In kürzester Zeit wurden 47 Millionen Ziegel und 67 Tonnen Material für das Rohrnetz angeschafft. Am 28. Dezember 1896 erfolgte Spatenstich der Gasometer. In nur 72 Tagen Rekordzeit wurden die Gasometer gebaut. Bereits im Juli 1899 waren alle vier Behälter einsatzbereit und am 31. Oktober 1899 fand die feierliche Eröffnung statt.

» Fertigstellung der Gasometer im Gaswerk Simmering

 

Das erste Gas aus Simmering

Am 31. Oktober 1899 strömte zum ersten Mal Gas aus dem Simmeringer Gaswerk in die 700 kilometerlangen Rohrleitungen.
Das Gaswerk war für eine tägliche Gaserzeugung von 432.000 m3 ausgerichtet. Der Gasverbrauch der Wiener nahm allerdings bald nach Fertigstellung der Behälter sprunghaft zu, sodass die Werksanlage stetig erweitert werden musste.

» Erweiterungen und Betrieb der städtischen Gaswerke

Gaswerk und Gasometer  mit Retortenofenhaus und Wasserturm

Gaswerk von der Ostbahn aus betrachtet

Die Gasometer gehen in Ruhestand

Im Jahre 1985 wurden die Gasometer stillgelegt, nachdem zwischen 1969 und 1978 die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas stattfand. Gleichzeitig stellte man die Gasometer unter Denkmalschutz. Es folgte eine Zeit der Stille in den Gasometern. Die großen leeren Hallen wurden nur zeitweise für Ausstellungen und ab 1992 für Techno-Parties wie Raves und Filmdreharbeiten (James Bond) genutzt.

» Außerbetriebnahme der Gasometer

 

Die hektische Zeit der Gasometer

Da diese kurzzeitigen Nutzungen die Gasometer weder auslasteten noch einen langfristigen kostendeckenden Betrieb ermöglichte, entschloss man sich andere Nutzungsvarianten zu suchen.

Im November 1996 wurden die vier Gasometer an drei Wohnbaugesellschaften (Gesiba, GPA und SEG) verkauft, um sie mit einem Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten und Entertainment zu füllen.

Auslöser für die Nutzungsüberlegungen war die Erschließung der Gasometer durch die U-Bahnlinie 3, die Ende 2000 ihren Betrieb aufnahm.

» Alternative Nutzungen der Gasometer

Gasometer vom Donaukanal aus gesehen

Gasometer A Baustelle mit Buffet-Autobus

Der Beginn der Revitalisierung

Von Februar 1999 bis August 2001 wurde an den Gasometern umfangreich gebaut. Es erfolgte die Revitalisierung durch die vier Architekten Jean Nouvel (Gasometer A), Coop Himmelb(l)au (Gasometer B), Manfred Wehdorn (Gasometer C) und Wilhelm Holzbauer (Gasometer D).

» Die große Revitalisierung der Gasometer

Die Gasometer im neuen Glanz

Bereits im Mai 2001 zogen die ersten neuen Bewohner der Gasometer ein und am 31. August 2001 fand in Beisein des Bürgermeisters Dr. Michael Häupl die feierliche Eröffnung der neuen Gasometer statt.

» Die große Revitalisierung der Gasometer

 

Gasometer B und Schild neu revitalisiert

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Fotos: Wiengas, Stadt Wien, Andreas Pöschek Viennaphoto.at

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