An diesem Tag erfolgte der Spatenstich für die vier Gasometer. Der
Aushub gestaltete sich schwierig: Hoher Grundwasserspiegel durch die nahe
Donau erwiesen sich als anfängliches Hinderniss. Deshalb grub man
nur 5m in die Tiefe.
Das Bassin.
In dem unteren Bereich der vier Gasometer dient ein Bassin zum Abdichten
gegen Gasaustritt aus der Gasglocke. Das Bassin hat einen Durchmesser von
rund 62,3 m bei einer Wasserhöhe von 12 m. Die Wände
waren aus Beton und Ziegel konstruiert. Ein Bassin fasst rund 30.000 m³
Wasser bei einer Grundfläche von 3.096 m². Der Wasserspiegel
lag ungefähr 8 m über der Guglgasse.
Die Ziegelmauern.
Nachdem die Bassins fertiggestellt wurden, begann man mit dem Aufbau
der untersten Ziegelreihen. Die Ziegelaußenwand der Gasometer ist
auf Straßenniveau 5,4 m dick. Bis zur obersten Ziegelreihe in
46,3 m verjüngt sich die Mauer treppenförmig auf 0,9 m
Dicke.
Die Dachkonstruktion.
Die je 143 t schwere Dachkonstruktion wurde in nur 29 Tagen
am Bassinsbeckenrand zusammengebaut. Zur Hebung des Daches während
der Ausführung der Maurerarbeiten dienten 36 Schraubspindeln.
Die Dachkonstruktion wurde mittels dieser je um einen Meter angehoben,
um dann das Mauerwerk hochzuziehen. Das Dach besteht aus einer Holzverschalung
mit Zinnblecheindeckung. Die Dachlaterne endet auf einer Höhe von
rund 74 m über dem Terrain. Man war damals schon so fortschrittlich
und montierte Blitzableiter, die bereits in der Bauzeit lebensrettende
Dienste erwiesen.
10. Mai 1898:
Fertiggemauert.
Die erste Behältergruppe wurde in nur 84 Tagen(!) hochgemauert
- die zweite in 72 Tagen. Den Bauausführenden winkten Prämien
von 40.000 Kronen für die flotte Bauweise. Bis zu 1.630 Handwerker
arbeiteten täglich alleine an den Gasometern auf der Baustelle, um
in so einem Rekordtempo fertig zu werden. Auf der Innenseite der Dächer
wurde zusätzlich ein Revisionswagen montiert, um die Wartung des Gasometers
zu erleichtern.
Die Gasglocke
Das äußere Ziegelmauerwerk, diente eigentlich nur zur architektonischen
"Behübschung" und als Schutz der Glocke. Vielerorts wurden
die Gasometer ohne Außenmauer ausgeführt sondern nur mit einer
Stahlkonstruktion, die die Glocke führte. (So wie zB. der 5. Gasometer
im Gaswerk Simmering, der 1911 hinzugebaut wurde. Dieser steht heute
nicht mehr) Jede der vier Gasglocken fasste ein Volumen von 90.000 m³.
Die Glocken sind 2fach teleskopiert. Jeder Teleskopteil ist 11,6 m
hoch. Der unterste Teil hat einen Durchmesser von 60m. Eine Glocke wiegt
578 t.
Auf dem Bild sieht man die Stahlkonstruktion der Kuppel von der Gasglocke.
Je nach Gasstand hat sich diese Gehoben oder gesenkt.
17. Juli 1898: Betriebsbereit
Nach einer Rekordbauzeit wurden die Gasbehälter fast 2 Monate
vor geplanten Fertigstellungszeitpunkt fertig! Nachdem mit 120.000 m³
Wasser in nur 35 Tagen die vier Bassins gefüllt wurden, waren
die Gasometer faktisch betriebsbereit.
31. Oktober 1899: Gaswerk
Simmering wird eröffnet.
Das städtische Centralgaswerk wurde von Bischoff Schneider eingeweiht.
Bürgermeister Dr. Lueger und der Dipl.-Ing. Kapaun eröffnen die
Gaswerke bei großen Feierlichkeiten. Kapaun war mit Ing. Theodor
Herrman maßgeblich an der Projektierung und am Bau des Gaswerkes
beteiligt.